… Kju mein Name.
Als Yannick mich fragte, ob ich an diesem Blog mitwirken wolle, war ich sofort begeistert – der Ruhm, die Ehre, das viele Geld, ich ließ mich einfach verführen.
Für mich ist das definitiv ein Experiment, denn es ist der erste Blog, an dem ich mitwirke. Deshalb wird sich noch zeigen müssen, ob eine Veröffentlichung des Gedankenbreis, der üblicherweise zwischen meinen zwei Ohren vor sich hinköchelt, überhaupt in eine lesenswerte Form gebracht werden kann, geschweige denn irgendeinen Mensch interessiert.
Thematisch werde ich mich wahrscheinlich vor allem auf naturwissenschaftliche Themen aus dem Bereich der Biologie konzentrieren, meinem Fachgebiet. Vor allem die Kreationismus-Debatte hat es mir schon immer angetan – es macht einfach zuviel Spaß, diese Propagandisten des veralteten Weltbilds archaischer Ziegenschänder (wie ich sie liebevoll nenne) ad absurdum zu führen. Dabei geht es mir jedoch nicht (nur) um die reine diabolische Freude an der Sache, sondern vor allem auch darum, zu verhindern, dass diese Primitivlinge an öffentlichem Einfluss gewinnen. In Zeiten, wo Wissenschaft immer komplizierter und abstrakter wird, was leider allzu häufig abschreckend auf Leute ohne sonderliche naturwissenschaftliche Bildung wirkt, wird es für entsprechende Interessensgruppen zunehmlich leichter, ihre verlockend “einfachen” kreationistischen Erklärungsmodelle (“Gott hat’s gemacht”) zu propagieren.
Der eigentliche Kern des Problems ist jedoch nicht, woran der Einzelne “glaubt”, sondern ob dieser persönliche Glaube Einfluss auf andere Menschen der Gesellschaft, die diesen Glauben nicht teilen (wollen), nimmt. Da moderne Kreationisten (inklusive Anhänger des “Intelligent Designs”) zunehmend unter dem Deckmantel vermeintlicher Wissenschaftlichkeit zu agieren versuchen (siehe “Creation Science” in den USA), werden nicht nur noch leichter Menschen nach dem Rattenfängerprinzip zum Kreationismus (und damit zu den zugrundeliegenden fundamentalistisch-religiösen Ideen) verführt, sondern es wird zudem eine Basis geschaffen, auf welcher diese fundamentalistischen Ideen gesellschaftlich “gerechtfertigt” werden könnten.
Zugegebenermaßen klingt das alles sehr schwarzmalerisch und geradezu “verschwörerisch”, doch abermals verweise ich auf die USA, wo es religiösen Fundamentalisten schon in mehreren Staaten gelungen ist, die Evolutionstheorie aus dem Biologieunterricht zu verbannen, bzw. den Kreationismus als “gleichwertige Theorie” in den Biologieunterricht einzuführen. Darwinseidank (see what I did there?) konnte dies bislang in den meisten Fällen rückgängig gemacht werden – jedoch nicht selten nur durch langwierige und erstaunlich anstrengende Prozesse vor erstaunlich hochrangigen Gerichten (an sich schon eine Farce). Für eine Übersicht siehe z.B. diesen Wikipediaartikel.
Es ist mir ein großes Anliegen, durch Aufklärungsarbeit zu verhindern, dass es auch hier in Deutschland einmal so weit kommt. Und ja, diese Gefahr besteht und ist realistisch! Man erinnere sich nur einmal daran, was in Hessen vor einigen Jahren ans Licht kam. Und daran, was die ehemalige hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU) so von sich gab (siehe auch hier).
Nun denn, ich bin gespannt auf erste Kommentare, die mir vielleicht Ideen für den nächsten Blog liefern könnten.
Ich möchte für heute schließen mit einem kleinen Bildchen:
Bis zum nächsten Mal,
gez. Kju



0 Kommentare.