
Foto: Michel Mazeau
Ein Albtraum für jeden Baum: Man wächst über Jahrzehnte oder Jahrhunderte vor sich hin, stört keine Menschenseele, sagt kein Wort – kurz: erfreut sich seines Lebens als Schirmakazie – und doch wird man plötzlich von einem betrunkenen LKW-Fahrer dem Boden gleichgemacht.
Nun könnte man sagen: Gut, Unfälle passieren, man kann nicht immer hochkonzentriert sein, schau mal, eine Möwe – wären da nicht die einzigartigen Umstände dieser unfreiwilligen Plättung. Die Akazie, der sog. Baum von Ténéré, stand inmitten der Ténéré-Wüste – 400km von jedem anderen Baum entfernt!
Er befand sich sprichwörtlich im Nichts, in einer Gegend, in der sich nicht einmal mehr Hase und Fuchs Gute-Nacht sagen, weil sie keinen Schatten finden, der sie vor der mörderischen Hitze der südlichen Sahara schützen würde.
Niemand weiß, ob der Fahrer wirklich betrunken war. Vielleicht war er es, als er die Idee hatte, 400km durch den Sand zu rasen, um einen Baum zu rammen, dessen Wurzeln sich bereits über 30 Meter tief in der Erde verankert hatten. Vielleicht war es eine Mutprobe, vielleicht wollte er jemanden beeindrucken, vielleicht hasste er auch einfach nur einsame Akazien.
Inzwischen, fast 40 Jahre später, wurde eine metallene Version des Arbre du Ténéré aufgestellt. Die Ähnlichkeit ist verblüffend:

Foto: Holger Reineccius
Die Lektion dieser Geschichte: Es gehört einfach unglaublich viel Talent dazu, sein Schicksal zu überrollen.
(via Reddit, dlewis.net)


Awesome ^^ Da gehört schon echt gutes Zielvermögen dazu, einen einzelnen Baum im Umkreis von 400km umzufahren..
Erinnert mich ein bisschen an die Geschichte, die meine Tante immer gern erzählt, wo sie beim Skifahren war und einen wundervollen unberührten Tiefschneehang hinuntergekurvt ist. Auf dem ganzen verdammten Hang stand ein (1) einzelner Baum, eine dicke Fichte. Und an der hat sie’s offenbar nicht vorbeigeschafft